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Aktualisiert: vor 1 Tag 1 Stunde

Der öffentliche Raum in Krisenzeiten - Online-Diskussion zur langen Nacht der Ideen

Mi, 17.06.2020 - 16:17


17.06.2020
Es sind meist öffentliche Räume, die wir in den Nachrichten sehen: Wenn beispielsweise Hunderttausende gegen Polizeigewalt und Rassismus protestieren, aber auch, wenn ganze Wohnviertel abgeriegelt werden, um die Ausbreitung eines Virus zu stoppen. In diesem Sinne formen globale Krisen unsere Straßen und Plätze, kann unsere gegenwärtige Stadt als Summe von historischen Anpassungen an frühere Ausnahmesituationen verstanden werden. Angesichts der Corona-Pandemie stellt sich darum die Frage, wie sich der öffentliche Raum verändern muss, um in Zeiten eines anhaltenden Abstandsgebots weiterhin physische Formen der Teilhabe zu ermöglichen. Schließlich findet trotz der Lockerungen der letzten Wochen derzeit noch immer ein Großteil des Lebens im Privaten und Digitalen statt. Mit einem Online-Gespräch am Freitag, 19. Juni 2020 um 20 Uhr geht das Thomas Mann House in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Architekturmuseum (DAM), dem Jovis Verlag und dem BauNetz dieser und anderen Fragen nach. Im Rahmen der Langen Nacht der Ideen des Auswärtigen Amtes diskutieren der DAM-Kurator Oliver Elser und die beiden Thomas Mann House-Stipendiatinnen Friederike Meyer (BauNetz) und Doris Kleilein (Jovis). Wie...
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Kategorien: Architektur

Wohnhäuser für Kalifornien - Ausstellung zu Richard Neutra in Wien

Do, 11.06.2020 - 15:36


11.06.2020
Der österreichische Architekt Richard Neutra ist vor allem durch sein Schaffen in den USA bekannt. Von rund 300 Bauten realisierte er nur ein einziges in seinem Heimatland, ein kleines Einfamilienhaus in der Wiener Werkbundsiedlung aus dem Jahr 1932. Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete Neutra zunächst für Planungsbüros in Zürich und Berlin, bis er schließlich 1923 seine Reise nach Amerika antrat. Als Schüler von Adolf Loos war sein Interesse für die dort praktizierten innovativen Bautechniken bereits früh geweckt worden. Zunächst in Zusammenarbeit mit Rudolf Schindler, später unter eigenem Namen errichtete Neutra Wohnhäuser, von denen einige zu Ikonen der kalifornischen Moderne wurden. Charakteristisch sind die offenen Grundrisse, die leichten Konstruktionen und die Nähe zur Natur. Heutzutage werden Neutras Bauten extrem teuer gehandelt, nachdem die ursprüngliche Intention des Architekten war, durch Standardisierung, Präfabrikation und kostengünstige Baumaterialien bezahlbaren Wohnraum zu ermöglichen. 50 Jahre nach Richard Neutras Tod widmet das Wien Museum Werk und Wirkung des Architekten sowie dessen ambivalenter Beziehung zur Heimatstadt Wien eine umfassende Ausstellung:...
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Kategorien: Architektur

Hilberseimer-Rekonstruktion sucht neues Zuhause - Letzte Saison in Dessau-Törten

Mi, 03.06.2020 - 15:38


03.06.2020
Im vergangenen Sommer rekonstruierten Studierende der Universität Kassel unter der Leitung von Philipp Oswalt, Professor für Architekturtheorie und Entwerfen, das winkelförmige, modular aufgebaute Wachsende Haus nach den Entwürfen des Bauhaus-Architekten und -Lehrers Ludwig Hilberseimer. Das Gebäude wurde auf dem dafür vorgesehenen Grundstück in Dessau-Törten errichtet, als Teil des seit 2017 als UNESCO-Welterbe eingetragenen Ensembles der Laubenganghäuser des Bauhauses. Seit Pfingstmontag, 31. Mai 2020 ist die Besichtigung des Wachsenden Hauses wieder möglich. Weil aber Ende Oktober der Pachtvertrag für das Grundstück ausläuft und das 85 Quadratmeter große Holzhaus wieder demontiert werden muss, soll es danach kulturellen oder sozialen Initiativen beziehungsweise Institutionen zur Verfügung gestellt werden. In den saisonal nutzbaren Multifunktionsbau sind zwei Toiletten und eine Kochnische integriert. Interessierte Träger können sich bis zum 15. Juli 2020 per E-Mail melden. Termin: 31. Mai bis 11. Oktober 2020 Ort: Mittelbreite 12, 06849 Dessau-Roßlau
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Kategorien: Architektur

Buchtipp: Kann Bewahren Avantgarde sein? - Konturen und Konjunkturen der Denkmalpflege

Do, 14.05.2020 - 18:55


14.05.2020
Denkmalpflege ist für viele immer noch hauptsächlich mit dem Bewahren schöner alter Häuser verbunden, und Denkmaleigentümer*innen und Architekt*innen fürchten oft dogmatische Forderungen der Behörden. Die amtliche Praxis prägt das öffentliche Bild des Faches. Den wenigsten ist hingegen die lebhafte Theoriegeschichte der Disziplin geläufig oder der breitere Heritage-Diskurs, in dem zunehmend Stimmen laut werden, die hinterfragen, wer für wen bestimmt, was es wie zu erhalten gilt. Die Geschichte der Denkmalpflege lässt sich nicht auf eine lineare Entwicklung verdichten, so Ingrid Scheurmann. In ihrem 2018 bei Böhlau erschienenen Buch Konturen und Konjunkturen der Denkmalpflege. Zum Umgang mit baulichen Relikten der Vergangenheit nähert sich die Historikerin und Denkmalpflegerin der vielfältigen Fachgeschichte sowie aktuellen Lage ihrer Disziplin in wissenschaftlichen Abhandlungen, essayistischen Betrachtungen und Interviews. Das Einzigartige an Scheurmanns Buch ist, dass sich die Honorarprofessorin für Denkmalkunde an der TU Dortmund jenseits viel zitierter Protagonist*innen und etablierter Positionen auch auf Nebenwege begibt. Sie diskutiert wenig rezipierte Theoretiker, widmet sich...
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Kategorien: Architektur

Segel für JFK in Washington - Theatererweiterung von Steven Holl Architects

Mo, 04.05.2020 - 15:17


04.05.2020
Das John F. Kennedy Center for the Performing Arts im Washingtoner Stadtteil Foggy Bottom passt mit seiner steifen neoklassischen Formensprache so gar nicht zur lockeren Art des früheren US-Präsidenten. Seit letztem Jahr ist dort allerdings eine kleine Erweiterung von Steven Holl Architects (New York) in Betrieb, die für etwas mehr Nahbarkeit sorgt. Das jedenfalls war das erklärte Ziel bei der Vorstellung des Projekts 2014. Nicht staatstragend wie das Hauptgebäude von Edward Durell Stone gibt sich der inzwischen als The REACH bezeichnete Anbau, sondern informell, kleinteilig und intim. Den größten Teil des rund 6.500 Quadratmeter Nutzfläche umfassenden Bauvolumens organisieren die Architekt*innen unter einem terrassierten Garten, der von Hollander Landscape Architects gestaltet wurde. Anstelle einer Bustiefgarage, die hier zuvor stand, erhält das monumentale Hauptgebäude also einen grünen Tempelberg. Von diesem ragt die Erweiterung mit drei Pavillons, die mit ihren segelartig gewölbten Seitenflächen eine gewisse Leichtigkeit ausstrahlen. Sie bringen Licht in die Tiefe, dienen als flexibler Veranstaltungsort oder beherbergen ein neues Café. Zwischen ihnen sorgt ein Wasserbecken für...
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Kategorien: Architektur

So nah und so fern - Campus Masters im April entschieden

Di, 28.04.2020 - 15:23


28.04.2020
Dichte Stadt oder weite Landschaft: Unsere Umgebung prägt unser Befinden maßgeblich. In der Wettbewerbsrunde April der Campus Masters setzten sich aus den 20 zur Abstimmung freigegebenen Projekten eine Reihe Konzepte mit völlig unterschiedlicher Thematik durch. Platz 1 des Online-Votings belegt die Arbeit Haus am Meer von Nicole Epple und Belinda Hoffmann. Ihr Institut für Tanz und Musik in Algier gliedert sich mit seiner sachlichen Architektur neben den Palais des Rais ein und führt mit Ausblicken auf das Meer die alten Festungsmauern der algerischen Hauptstadt weiter. Was uns allen momentan fehlt, aber hoffentlich bald wieder möglich ist: gemeinsamer Austausch vor Ort. Dazu passt das zweitplatzierte Projekt Kulturhauptstädtla von Benedikt Buchmüller. Der temporäre Ausstellungspavillon transformiert einen schlecht im Stadtraum integrierte Ort Nürnbergs und bietet Kulturschaffenden eine öffentliche Plattform. Umgesetzt und dokumentiert wurde das Design-Build-Projekt durch das Nürnberger Kollektiv N.ORT. Um Nähe und Nachbarschaft dreht es sich auch beim dritten Platz: Habitation Montsouris von Ulrich Müller. Das Stadthaus für Paris reagiert auf die exponierte städtebauliche...
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Kategorien: Architektur

Normannisches Fachwerk - Tennis-Umkleiden in Cabourg von Lemoal Lemoal

Di, 21.04.2020 - 15:02


21.04.2020
Das Seebad Cabourg liegt im Département Calvados in der Normandie, direkt am Strand des Ärmelkanals. Die kleine Stadt mit nur 3.600 Einwohnern, aber vielen Übernachtungsgästen, war im Jahr 2019 erstmals einer der Austragungsorte der nationalen Tennisserie CNGT. Dafür wurde der historische Club mit dem schönen Namen Le Garden Tennis mit seinen zwölf Outdoor- und vier überdachten Tennisplätzen vom Pariser Büro Lemoal Lemoal umfassend renoviert. Auch das Clubhaus, eine Villa aus der Zeit der Jahrhundertwende, wurde von den Architekten saniert. Sie beherbergt nun ein Restaurant und die Büros des Vereins. Davor hatten Lemoal Lemoal in Cabourg auch schon ein Kulturzentrum gebaut. In Ergänzung zum Clubhaus gestalteten die Architekten ein weiteres kleines Gebäude, in dem die Umkleiden und Waschräume für die Spieler untergebracht sind. Das Volumen sollte sich in den historischen Bestand integrieren und doch eigenständig wahrnehmbar sein. Es besitzt einen opaken Korpus aus Stegplatten, der die leicht wirkende Konstruktion abends leuchten lässt. Mit Blick auf Spitzdach und sichtbares Fachwerk sprechen die Architekt*innen vom normannische Architekturerbe. Die wasserführende Schicht in Form von...
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Kategorien: Architektur

Ecke im Lokalkolorit - Wohnungsbau in Dresden von Peter Zirkel

Di, 14.04.2020 - 20:17


14.04.2020
Die Dresdner Johannstadt ist geprägt von städtebaulicher Heterogenität aus Blockrand-, freistehender Zeilen- und Punktbebauung. Der größte Wohnungseigentümer im Stadtteil, die Wohnungsgenossenschaft Johannstadt, erwarb 2014 das Grundstück an der Striesener Straße und lud für den Neubau des Wohn- und Geschäftshauses acht ortsansässige Architekturbüros zu einem mehrphasigen Wettbewerb. Aus diesem ging 2016 das Architekturbüro Peter Zirkel als Gewinner mit Beauftragung zur Realisierung hervor. Eine Besonderheit des Grundstücks besteht in seiner Lage vor der rückspringenden Zeilenbebauung aus den 70er Jahren. Ihr gegenüber definiert der Wohnungsbau einen achtgeschossigen Endpunkt, während er an die deutlich jüngere Blockrandbebauung des Nachbarhauses mit fünf Voll- und einem Staffelgeschoss anschließt. Im Erd- und ersten Obergeschoss ist die Nutzung für Büro- und Gewerberäume angelegt, in den Geschossen darüber gibt es 2- bis 5-, mit einem überwiegenden Anteil an 3-Zimmer-Wohnungen. Alle Einheiten sind zumindest zweiseitig orientiert, wobei Wohnräume mit tiefen Loggien gegen Südwesten, Schlaf- und Kinderzimmer meist zum lärmberuhigten Hof im Nordosten gerichtet sind. Die Umsetzung der...
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Kategorien: Architektur

Erfrischung im laufenden Betrieb - College-Umbau in Peterborough von Gow Hastings Architects

Mi, 08.04.2020 - 15:35


08.04.2020
Fragen der zeitgemäßen Adaptierung von Bildungsbauten der 1950er bis 70er Jahre stellen sich weltweit und werden auf unterschiedlichste Weise gelöst, wie jüngst Umbauten eines Forschungsbaus, eines Lernzentrums am Campus Marseille Luminy und eines Gründerzentrums der TU Berlin zeigen. In diese Reihe fügt sich nun die Transformation eines Abschnitts am Sutherland Campus des Fleming College ein. Der Komplex entstand 1973 auf einem terrassierten, parkähnlichen Grundstück am südwestlichen Stadtrand Peterboroughs, eineinhalb Autostunden von Toronto entfernt. Gow Hastings Architects (Toronto) wurden mit der Neugestaltung und der zusätzlichen Anforderung betraut, ihre Baumaßnahmen während des laufenden Betriebs durchzuführen. Offenbar wollten die Architekt*innen die Formensprache des Bestands mit ihrer typischen Schwere und Robustheit bewusst konterkarieren. So erneuerten sie die Fassadenverkleidung mithilfe vorgefertigter Aluminiumpaneele. Ein Spiel aus Faltungen, Farbnuancen und Perforierungen sowie die Neuordnung des Verhältnisses von Vertikalität zu Horizontalität bewirken eine substantielle Frischekur in Charakter und Kubatur. Eine Steigerung des Einfalls an Tageslicht bis in die...
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Kategorien: Architektur

Akademischer Cluster in Shenzhen - Campus von Rocco Design Architects

Mi, 08.04.2020 - 15:07


08.04.2020
Über die Entwicklung Shenzhens als weltweit am schnellsten wachsende städtische Agglomeration wurde hier bereits mehrfach berichtet, meist im Zusammenhang mit Bürokomplexen oder Kulturzentren, die oftmals nach Plänen westlicher Architekturbüros entstanden sind. In eine junge Reihe von Projekten im Bildungsbereich, allen voran einer Schule und einem Bibliotheksdepot von Link-Arc (New York) sowie einer Bibliothek von MLA+ (Rotterdam), gesellt sich der Campus einer Niederlassung der Chinese University of Hong Kong. Verantwortlich für den Masterplan und eines der Hauptgebäude sind Rocco Design Architects mit Sitz in Hongkong und Shenzhen. Deren Museum in Guangzhou wurde hier vor einiger Zeit ebenfalls besprochen. Der für 7.ooo Studenten geplante Campus mit einer Bruttogeschossfläche von knapp 340.000 Quadratmetern befindet sich nordöstlich des Stadtkerns, zwischen der vielspurigen Longxiang Avenue und dem Naturschutzgebiet des Tong Gu Hill. Der Masterplan verfolgt den naheliegenden Ansatz, in Richtung des hügeligen Naturschutzgebiets eine lockere Reihe von Solitären mit Bezug auf Landschaft und Topografie zu setzen. Dort sind Bibliothek, Verwaltung und Studentenwohnheime untergebracht....
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Fr, 03.04.2020 - 20:18
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Weißer Riese - VON M mit Hotelneubau in Ludwigsburg

Mi, 01.04.2020 - 16:12


01.04.2020
Nur einen Steinwurf vom Ludwigsburger Schloss entfernt, dem ehemaligen Residenzschloss des Herzogs Eberhard Ludwig von Württemberg, liegt ein Neubau, der allein durch seine Schlichtheit ins Auge springt. Eine reduzierte Kubatur mit gekapptem Mansarddach, strahlend weiß: das Hotel Bergamo. Entworfen hat den 2.000 Quadratmeter großen Neubau das Stuttgarter Büro VON M. 55 Zimmer gibt es in dem Hotel, das in Holzmodulbauweise realisiert wurde. Die Entstehungsgeschichte des Hauses hängt mit einem Nachbarn auf der anderen Straßenseite zusammen, einem Shoppingcenter der 1970er Jahre. Um 2010 stand dieses vor dem Aus, ein Investor zeigte Initiative, ein Fassadenwettbewerb wurde ausgeschrieben. Parallel zur Fassadensanierung und Neugliederung der Mall erklärte man das Areal nördlich des innerstädtischen Giganten zum Stadtentwicklungsgebiet. Ein öffentlicher Platz sollte gestaltet werden, ein Hotelneubau entstehen. Im Rahmen einer Mehrfachbeauftragung entwickelten sechs Büros Vorschläge, am Ende wurde der Entwurf von VON M zur Realisierung empfohlen. Bauherr war ein Stuttgarter Immobilienentwickler, die Baukosten betrugen rund 6,7 Millionen Euro. Kein einfacher Kontext also: in der einen...
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Kategorien: Architektur

Corona-Krise erreicht Berliner Kulturforum - Museum des 20. Jahrhunderts gestoppt

Mi, 01.04.2020 - 15:37


01.04.2020
Das Museum des 20. Jahrhunderts von Herzog & de Meuron (Basel) am Kulturforum in Berlin wird nicht gebaut. Das gab die Stiftung Preußischer Kulturbesitz SPK heute Vormittag in einer knappen Pressemitteilung bekannt. Als Grund werden die wirtschaftlichen Unwägbarkeiten in Folge der Corona-Krise genannt. Die Entscheidung ist richtig und nachvollziehbar angesichts der unklaren gesellschaftlichen und ökonomischen Situation. Bei 450 Millionen Euro lag die Kostenschätzung im Herbst letzten Jahres. Doch dass diese Summe reichen würde, galt vielen als unsicher. Hinter vorgehaltener Hand ließen nicht nur Akteure der Kulturszene, sondern auch einschlägige Politikerinnen durchblicken, dass Argumentation und Zeitpunkt der Entscheidung vorgeschoben seien, um das Projekt ohne Gesichtsverlust stoppen zu können. Interessanterweise formuliert die Stiftung in ihrer Pressemitteilung direkt eine alternative Nutzung: Die bereits ausgehobene Baugrube wird zu einem Ententeich umgestaltet. Der Ententeich kann als ein intellektuell niedrigschwelliges Angebot begriffen werden, mit dem sich hoffentlich alle Berliner*innen identifizieren können. Außerdem möchte ihn die Stiftung angesichts der vielen Kritik am...
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Kategorien: Architektur

Bye bye, Bauhaus - Claudia Perren geht nach Basel

Di, 31.03.2020 - 16:21


31.03.2020
Timing ist oft alles im Leben, insofern ist die jüngste Meldung aus Dessau gut nachzuvollziehen: Claudia Perren, Direktorin und Vorstand der Stiftung Bauhaus Dessau, wird zum 1. August 2020 als neue Direktorin der Hochschule für Gestaltung und Kunst nach Basel gehen. Wann wäre ein besserer Zeitpunkt für einen Wechsel, als nach Abschluss eines dicht gedrängten Jubiläumsjahres, das noch dazu von der Eröffnung eines neuen Museumsgebäudes gekrönt wurde? In Basel wird Perren in Zukunft einer Hochschule vorstehen, deren Fokus vor allem auf Kunst und Design, aber auch Innenarchitektur und Szenografie liegt. Claudia Perrens Zeit in Dessau begann im August 2014, zunächst überschattet von der Kontroverse um ihren Vorgänger Philipp Oswalt. Dessen Vertrag war auf Betreiben des damaligen sachsen-anhaltinischen SPD-Kultusministers Stephan Dorgerloh nicht verlängert worden. Mit der gebürtigen Berlinerin Perren, die damals noch in Sydney lehrte, kam eine Akteurin, die kaum jemand auf der Liste hatte, die aber auch ohne Ballast in der hiesigen Institutionenlandschaft agieren konnte. Sie steuerte die Bauhaus-Stiftung in ruhigere Gewässer, legte neue Programme und Vermittlungsformate auf und suchte...
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Kategorien: Architektur

Jura im Kasernenblock - Umbau in Paris von Chartier Dalix architectes

Di, 31.03.2020 - 13:08


30.03.2020
Am nördlichen Rand des 13. Pariser Arrondissements nahm die 1875 errichtete Kaserne Lourcine ursprünglich den gesamten Block zwischen Boulevard de Port-Royal und den Rues de la Glacière, Broca und Saint-Hippolyte ein. Ende des letzten Jahrhunderts wurden die nördlichen und südlichen Militärgebäude durch Neubauten für das Internat Lycée Jean Zay und das französische Verteidigungsministerium ersetzt. Die beiden Truppenunterkünfte und der große Exerzierplatz blieben trotz Aufgabe des Standortes weiterhin bestehen und durchliefen erst kürzlich eine Umwandlung: Unter der Leitung von Chartier Dalix architectes fand ein Teil der Rechtsfakultät der Université Paris hier neue Räume. Trotz seines teilweise maroden Zustands gingen die Pariser Architekten äußerst behutsam mit dem Bestand um. An der Fassade wurden lediglich die Türöffnungen auf das heute gängige Maß verbreitert. Das Tragwerk und die interne Struktur der Kasernenbauten boten sich ansonsten gut für die Umnutzung zu Forschungs- und Seminarräumen an. Die Kappendecken ließen sich größtenteils erhalten, nur zu Akustik- und Dämmzwecken beflockt. Auch die Materialisierung wurde aus dem Bestand heraus entwickelt. Hochwertige Dielen,...
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Kategorien: Architektur

Kultur und Gesellschaft in Quarantäne - Empfehlungen für den Homeoffice-Feierabend

Do, 26.03.2020 - 00:22


25.03.2020
In der Krise tut jeder, was er kann, um die Welt am Laufen zu halten: Alba Berlin bietet eine tägliche Online-Sportstunde für Kids, der Pianist Igor Levit streamt jeden Abend ein Hauskonzert aus seinem Wohnzimmer. Wir haben für Sie im Folgenden einige Angebote aus der Architektur versammelt. Bleiben Sie weiter gesund! Zeit zum Lesen In einem Interview mit dem Tagesspiegel äußert der Soziologe Richard Sennett seine Sorge um die Nachwirkungen der aktuellen Vorsichtsmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Vor allem in schwachen Demokratien und Zivilgesellschaften erwartet er schwerwiegende soziale Folgen. Statt der abendlichen Serie Architects, not Architecture zeigt seit Montag jeden Abend um 19 Uhr Talks aus den vergangenen 35 Events. Die Harvard Graduate School of Design bildet Architekten, Landschafts- und Stadtplaner*innen aus. Auf ihrem Youtube Kanal kann ein umfangreiches Archiv mit Vorträgen der letzten Jahre eingesehen werden. Unter anderem mit dabei: Jacques Herzog, Charles Jencks, Kenneth Frampton, Toyo Ito, Zaha Hadid.... Für Lehnstuhl-Reisende Einige Museen zeigen ihre Sammlung online und bieten daher auch während der Ausgangssperre Kunst und Kultur. Darunter auch die...
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Kategorien: Architektur

Der nächste Winter kommt bestimmt - Gipfelrestaurant in Québec von Lemay

Mi, 25.03.2020 - 14:36


25.03.2020
Hütten im Schnee sind dieser Tage gefragt wie nie, lassen sich Ausgangssperre und häusliche Quarantäne doch in einer einsamen Berghütte, fernab aller störenden Zivilisation und ausgestattet mit dem entsprechenden Proviant, entspannt verleben. Glücklich also, wer so einen Rückzugsort hat. Ähnlich einsam dürfte es derzeit auch am Gipfel des Mont Brome im kanadischen Québec zugehen. Das Skigebiet nahe der Kleinstadt Bromont, etwa eine Autostunde östlich von Montréal, hat seit diesem Winter ein nagelneues Gipfelrestaurant. Es liegt zwar direkt an der Bergstation und hört auf den klangvollen Namen Chalet du Sommet, doch wegen der Corona-Pandemie sind auch in Kanada Liftanlagen und Skigebiete längst geschlossen. Der Entwurf für den lang gestreckten Bau stammt von Lemay aus Montréal, die in Québec schon das brutalistische Grand Théâtre saniert haben. Galt es dort, eine massive Betonkonstruktion zu bewahren, sollte der Bau auf dem Mont Brome die Form des Gipfels aufnehmen, zurücktreten vor der natürlichen Pracht des 553 Meter hohen Berges. Da das untere Geschoss zur Hälfte im Berg verschwindet, sei von Weitem kaum mehr als eine einfache, weiße Linie zu sehen, so die Architekt*innen. Das...
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Kategorien: Architektur

Patina für Gwanggyo - Kaufhaus von OMA bei Seoul

Mi, 25.03.2020 - 14:30


25.03.2020
Über 20 Jahre ist es her, dass sich Rem Koolhaas und seine Harvard-Klassen mit dem Thema Shopping beschäftigt haben. Eine Auseinandersetzung, die nicht nur 2001 in einem dicken Buch kulminierte, sondern die im Nachhinein auch als eine Art Bewerbungsschreiben seines Büros OMA verstanden werden muss. Es folgten seine berühmten Projekte für Prada zum Beispiel in Los Angeles, atemberaubende Transformationen wie die Fondaco dei Tedeschi in Venedig oder aktuell die KaDeWe-Vorhaben in Berlin und Wien. Das jüngste Haus des koreanischen Luxus-Retailer Galleria übertrifft in seinen Ausmaßen nun aber alle bisherigen Shopping-Projekte des Rotterdamer Büros. In Gwanggyo, einer noch jungen Planstadt im Großraum Seoul, hat Chris van Duijn als verantwortlicher Partner ein Gebäude realisiert, das oberirdisch über 70.000 und unterirdisch weitere 63.000 Quadratmeter umfasst. Weitere Verantworliche waren Ravi Kamisetti und Patrizia Zoberning sowie das südkoreanische Büro Gansam. Das Kaufhaus, das mit einem typischen Angebot von Mode und Sportartikeln über Haushaltswaren und Design bis hin zu einer Essensetage und einem Multiplex-Kino aufwartet, versammelt ein Best-of von OMA-typischen Motiven. An...
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Kategorien: Architektur

Erhalt des Ruinenhaften - Kloster wird Stadtbibliothek mit Korteknie Stuhlmacher Architecten

Di, 24.03.2020 - 16:34


24.03.2020
Erst spät kamen die Dominikaner ins flandrische Mechelen. Historikern zufolge ab 1650, wo der Orden in mehreren Phasen ein prächtiges, barockes Kloster errichten ließ. Im späten 18. Jahrhundert entweiht, diente der Bau zunächst als Kaserne, dann als Schule und Lazarett, ehe er ab 1975 leer stand und allmählich verfiel. Im Jahr 2010 beschloss die Stadt Mechelen, die beeindruckende Ruine zu restaurieren und eine öffentliche Bibliothek in den monumentalen Räumen einzurichten. Das umgenutzte Kloster, das typisch für Bettelorden am Rande der Innenstadt angesiedelt ist, wurde so zu einem wichtigen Baustein für die Umwandlung des ganzen umgebenden Areals zu einer neuen Kulturzone in Mechelen. Der noch baufällige Zustand des Gebäudes muss bei den verantwortlichen Korteknie Stuhlmacher Architecten (Rotterdam) einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben. Denn das Ruinenhafte der Anlage weiterhin sichtbar zu machen, bildet das konzeptionelle Gerüst ihrer baulichen Wiederherstellung und Umnutzung der Anlage. Die beschädigte Originalsubstanz sowie Spuren späterer Renovierungen, Ergänzungen und des Verfalls ließ das Rotterdamer Büro, das den Umbau zur Bibliotheek Mechelen gemeinsam mit Calleb...
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Kategorien: Architektur

Klinkerspiele in Hamburg - Wohnungsbau von Wandel Lorch

Di, 24.03.2020 - 15:48


24.03.2020
In der Hamburger Neustadt, zwischen Michel, Reeperbahn und Landungsbrücken liegt der Alte Elbpark. Hinter dem Bismarck-Denkmal, das die Grünanlage in den historischen Wallanlagen dominiert und das sich derzeit in Sanierung befindet, lugt seit kurzem ein Dreigeschosser mit Staffelgeschoss hervor. Das Wohnhaus Am Elbpavillon entstand nach Plänen von Wandel Lorch Architekten (Frankfurt am Main). Auf 3.453 Quadratmetern Bruttogrundfläche bietet der Neubau der Hamburger Harmonia Immobilien GmbH 39 Wohneinheiten in der begehrten Lage. 13 davon wurden auch durch die Hamburgische Investitions- und Förderbank finanziert. Über drei separate Treppenhäuser erfolgt die Erschließung der maximal drei Wohnungen pro Etage. Der Innenausbau entspricht mit Eichenparkett und weiß lackierten Kassettentüren dem gehobenen Standard. Städtebaulich greift das Mehrparteienhaus die Blockrandbebauung auf und gliedert sich zur Straßenseite mit geordneter Lochfassade in die Gründerzeitbebauung ein. Auch das zu dieser Seite geneigte Dach passt sich optisch an den Bestand an. Zur Parkseite hingegen löst sich die Hülle des Baukörpers auf: Das Gebäude öffnet sich durch Sockel, Balkone, Loggien, Terrassen und...
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